Donnerstag, 6. September 2012

Spätsommer

Dienstag, den 14. Februar 2012
Es ist, wenn du erwachst und weißes Licht deine Augen blendet. Ein tiefes Surren ist die Hintergrundmelodie, welche dich begleitet, als du hinaus ins Freie trittst, wo du überwältigt wirst von der Hitze, die dir entgegenkommt. Ein Windstoß - und alles ist perfekt, dieses Gefühl der Unendlichkeit. Das du hattest, als du das erste Mal den Geruch der in der Sonne schwitzenden Blumen wahrnahmst.
Die Briese bläht dein lockeres Shirt auf und du fühlst dich frei. Du schließt die Augen und denkst an den Spätsommer, an den Moment, den du dir schon so oft erträumt hast, von dem du wünschtest, er käme, bliebe, bestünde ewig.
Du rennst los, bis du den Halt verlierst und verwundert feststellst, dass klares Wasser deine Beine umhüllt. Warm und leicht wie die Luft wiegt dich die seichte Strömung, immer vor und zurück und du spürst die entspannte Taubheit des Traums.
Ein Blau, weiter als alles, was du je zu sehen bekommen hast, wirft dir Fragen auf, auf die du dir jedoch keine Antwort zu suchen wagst - zu groß ist die Ehrfurcht, zu stark ausgeprägt der Frieden, der dich überfallen hat und nun in seinem Bann hält.
Und dann, wenn du den kleinen, sich rasend schnell ausbreitenden weißen Fleck entdeckst, spürst du einzig, wie plötzlich alles auf dich niederbricht. Dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn tausende von Tropfen die Hülle aus Luft durchbrechen und sich wie ein dünner Film aus Magie um deine Haut legen.
Und ehe du dich versiehst hört es auf. Die dichte Wolkendecke löst sich, macht Platz, um dir einen Blick auf die unbegrenzte Palette aus Rottönen zu gewähren, die sich im Wasser des Schauers gelöst haben, während die große Sonne langsam am Horizont verschwindet. Die Wärme legt sich zu deinen Füßen, eine letzte seichte Böe zerzaust dir das Haar. Es wird dunkel und du brauchst dich nur auf den Rücken zu legen, um die Sterne zu zählen, von denen du dir jeden Abend so sehnlichst etwas wünschst.
Du öffnest die Augen - und findest dich wieder im Hier und Jetzt; kaum zu glauben, wo du doch noch vor einem Augenblick das selbe sahst, durch verschlossene Augen.
Du bist Süchtig, so abhängig -
Und der Spätsommer deine Droge.

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