Am Freitag durfte ich Zuschauer einer unglaublichen Vorstellung im Astra Kulturhaus werden. Die Schlange am Eingang war wesentlich kürzer als jene beim Konzert von Left Boy vor einigen Wochen, was allerdings wohl daran lag, dass die meisten Zuschauer erst nach Einsetzen der zweiten Vorband die Halle betraten. Einlass war gegen 20 Uhr; der Konzert Beginn war für 21 Uhr festgelegt. Als ich um kurz nach acht im Astra Kulturhaus antanzte, wurde ich mit wunderbarem Indie Rock von Kowalski - eine meiner kleinen Schwärmereien - begrüßt, und auch die zweite Vorgruppe schien mir nicht fremd. Als die super coolen Hipster Kids in den ersten Reihen dann ihre Hände zu Dreiecken formten und diese in die überhitzte Luft der Konzerthalle hielten, war die Sache für mich klar: hier war Alt-J am Werk gewesen. Um etwa 22 Uhr erschienen dann endlich Two Door Cinema Club.
Um das mal kurz klar zu stellen:
ich habe auf dieses Konzert gewartet seit ich 12 bin. Als ich die drei Briten das erste Mal spielen hörte, saß ich gerade im Auto auf dem Weg zu einem Geburtstag. Es war September 2009 und ungefähr 14:42h. Schon damals habe ich es abgelehnt, einen anderen Rasiosender als Motor FM (heute: Flux FM) zu hören. Die Sonne schien und es war ein wirklich warmer Tag - und dann erschienen da plötzlich diese hellen Gitarren, die wie Osterglocken klangen. Es war sofortige Liebe.
Nachdem ich nun also mehr als drei Jahre auf dieses Konzert von dieser einen glorreichen Band gewartet habe, wurden mir an einem einzigen Abend gleich drei ganz fantastische Bands vorgeführt.
Lustig war vor allem, wie sehr diese Vorstellung dem Klischeé von Konzert entsprach: der Indie-Guy in der ersten Reihe, der abgeht als wäre ihm eine spirituelle Belehrung widerfahren. Die drei fröhlich lachenden Tratschtanten neben mir, die versehentlich alle drei nacheinander ihr Bier an mir verteilten. Der zwei Meter Kerl mit den Hosenträgern, der Nerdbrille und dem Flanellhemd direkt vor mir. Die beiden Mädchen hinter mir, die ein wenig aussahen wie Transen und mit einem stark affektiert wirkenden Touch zu Beginn jedes Liedes euphorisch zu kreischen begannen, während sie auf den Boden trampelten und sich die Haare rauften, und anschließend mit ironischem Gesichtsausdruck zu jedem Song tanzten, als wollten sie ihn zu einer Parodie machen.
Und zu guter Letzt: der Groupie irgendwo links vorne, der sich auf die Schultern von einem ihrer Freunde setzte und dann ihr T-shirt hochriss, um ihre Brüste zu entblößen.
Das war wirklich, wirklich glorreich.
Gut, übernächste Woche stehen Crystal Castles an.
20 Uhr im Postbahnhof am Ostbahnhof.
Ich habe gestern wieder ein paar Fotos geschossen, aber zuvor werde ich sie noch bearbeiten. (:
Cheers!
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